Willkommen zu Hause – Eine Eine Ausstellung zu Gewalt in Familie und Partnerschaft

Willkommen zu Hause.

Eine Ausstellung zu Gewalt in Familie und Partnerschaft.

Gewalt in der Beziehung oder in der Familie gehört nach wie vor für viele Menschen in der Schweiz zur traurigen Realität. Jede fünfte Familie in der Schweiz ist gewaltbetroffen und bis zu 30 % aller Kinder und Jugendlichen leiden unter Häuslicher Gewalt. Die Ausstellung «Willkommen zu Hause» setzt ein Zeichen gegen Häusliche Gewalt und zeigt auf, dass Gewalt in der Beziehung kein Problem Einzelner ist. Sie klärt über unterschiedliche Gewaltformen und deren Auswirkungen auf, informiert über Ursachen und Risikofaktoren und beleuchtet spezielle Aspekte wie die Mitbetroffenheit von Kindern, Gewalt in Teenagerbeziehungen oder das Thema Zwangsheirat. Sie macht aber auch Mut, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, indem sie ansprechend über das Hilfsangebot und geltende Gesetze informiert.

 

«Jede fünfte Familie
in der Schweiz ist
gewaltbetroffen.»

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Hinschauen statt wegsehen

Es braucht Mut, sich einzumischen – trotzdem ist es wichtig zu reagieren. Was kann ich tun wenn ich häusliche Gewalt wahrnehme? Sprechen Sie die gewaltbetroffene Person an, wenn Sie sie alleine antreffen. Nehmen Sie die Aussagen ernst und zeigen Sie Verständnis und Mitgefühl. Informieren Sie, dass es Unterstützungsangebote gibt und bieten Sie Hilfe an. Haben Sie Geduld, wenn Ihre Hilfsangebote im ersten Moment abgelehnt werden. Sagen Sie Betroffenen, dass Gewalt im häuslichen Bereich kein persönliches Problem ist und verboten ist. Holen Sie sich wenn nötig selber Rat und Unterstützung bei Beratungsstellen.

Information und Unterstützung erhalten Sie bei den kantonalen Opferberatungsstellen, den Frauenhäusern der Schweiz sowie den Sozialberatungsstellen und -zentren Ihrer Region. Rufen Sie bei akuten Notsituationen die Polizei Tel. 117. Gefährden Sie sich nicht selber, indem Sie sich einmischen.

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Gewalt in der Partnerschaft

Stress in der Liebe? Herzschmerz? In Partnerschaften kann sich Gewalt auf unterschiedlichste Arten äussern. Nimm deine Gefühle ernst. Es könnte sein, dass du in Gefahr bist, seelisch oder körperlich verletzt zu werden. Diese Liste kann dir helfen, Warnsignale für Gewalt in Beziehungen zu erkennen. Dein Freund oder deine Freundin
– wird eifersüchtig, wenn du mit Kolleginnen oder Kollegen abmachen willst,
– versucht dich ständig zu kontrollieren,
– demütigt dich oder gibt dir das Gefühl, nichts wert zu sein,
– setzt dich sexuell unter Druck
– gibt bei Problemen immer dir die Schuld,
– droht damit, sich etwas anzutun, wenn du die Beziehung beendest,
– hat in früheren Beziehungen schon zugeschlagen,
– stösst, tritt, schubst, ohrfeigt, schlägt, würgt oder beschimpft dich.

Hol dir Hilfe. Sprich mit einer Kollegin, einem Freund oder mit Fachpersonen.

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Kinderschutz hat oberste Priorität

Kinder leiden unter Häuslicher Gewalt. Sie brauchen Erwachsene, die sich für sie einsetzen. Wenn Sie wissen oder vermuten, dass ein Kind von Häuslicher Gewalt betroffen ist, gibt es eine Reihe von Empfehlungen und Handlungsanweisungen. Handeln Sie dabei stets überlegt, denn ein überstürztes Vorgehen kann die Situation Betroffener verschlimmern. Ermöglichen Sie dem Kind, über das Erlebte zu reden. Nehmen Sie es ernst, glauben Sie ihm. Zeigen Sie Verständnis für die schwierige Situation und wertschätzen Sie das Vertrauen des Kindes, mit Ihnen über die Gewalterlebnisse zu sprechen.

Gewalt ist nie okay! Nehmen Sie eine klare Haltung gegen Gewalt ein und erklären Sie dem Kind, dass es nicht verantwortlich ist für die schwierige Situation zwischen den Eltern. Falls das Kind (noch) nicht über die Situation zu Hause reden möchte, bleiben Sie in Kontakt; signalisieren Sie, dass Sie als Ansprechperson jederzeit zur Verfügung stehen. Zeigen Sie Unterstützungsmöglichkeiten auf und begleiten Sie das Kind zu Anlaufstellen. Holen Sie sich Unterstützung und lassen Sie sich von einer Fachstelle beraten. Wenden Sie sich an kantonale Opferberatungsstellen, die Jugend- und Familienberatung oder Kinderschutzstellen und -behörden.

Projektträgerschaft

Fachstelle LîP Koordination Gewaltprävention Kanton Luzern
Bildungsstelle Häusliche Gewalt Luzern
Interkantonale Polizeischule Hitzkirch IPH

 

Bei Interesse

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Fachstelle
LîP Koordination Gewaltprävention Kanton Luzern
Andrea Wechlin · 041 228 59 29 · andrea.wechlin@lu.ch
www.gewaltpraevention.lu.ch

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